22. Dez. 2014

In Memoriam Udo Jürgens

15. Dez. 2014

Brückenbau

An manchen Tagen baue ich nicht an meiner echten Eisenbahnanlage, sondern ich werke auf einer digitalen Welt. Genauer gesagt in dem faszinierenden Bauklötzchenspiel Minecraft. Das geschieht häufig dann – nicht ganz zufällig – an so Tagen wie dem heutigen, wenn ich nach unseren 4 Magnificat-Konzerten wieder etwas emotional durchhänge. Das ist dann der beste Zeitpunkt, um einfach in eine andere Welt abzutauchen.

Für alle Insider: Ich spiele im Adventuremodus auf einer Welt in der Version 1.8, es sind keinerlei Mods aktiv, dafür aber das Soartex-Ressourcenpaket. Zwei kleine Cheats sind aktiviert: Zum einen zerstören mir explodierende Creeper keine Blöcke, um zum anderen verliere ich nichts wenn ich sterbe. Sonst ist alles „Vanilla“. Alle verbauten Blöcke sind vorher irgendwo anders abgebaut, hergestellt oder geerntet worden.

Zuerst baue ich in einer neuen Minecraftwelt meist einige Strukturen, die ich für mich wichtig erachte. Eine Baumschule, einige Felder mit Kürbis, Weizen, usw. Und natürlich irgendeine Ecke wo ich meine Sachen lagern kann. Das erste grössere Projekt ist nun eine Eisenbahnstrecke quer durch die Welt. Mit Brücken, Tunneln, Stützmauern und Beleuchtung. Das vorläufige Ergebnis sind dann wie folgt aus.

10. Dez. 2014

Vier Mal Zwei Mal Bachs Magnificat

Bachs Magnificat Aargauer Kantorei 2014

Bachs Magnificat Aargauer Kantorei 2014

Adventszeit ist für Chöre traditionell immer Konzertzeit. Das ist auch für die Aargauer Kantorei, bei der ich (mehr oder minder) regelmässig mitsinge, nicht viel anders. Und so kommt es, dass ich in den kommenden Tagen vier Mal auf der Konzertbühne stehen werde.

Wir werden dieses Jahr Bachs Magnificat singen. Zwei Mal. Also sowohl das Magnificat von einem seiner Söhne, Carl Philipp Emanuel Bach, als auch vom (bekannteren) Vater Johann Sebastian Bach. Das „väterliche“ Magnificat wird dabei in der sog. Weihnachtsversion aufgeführt. J.S. Bach hat dafür noch einige Zusätze komponiert, die nur in der Adventszeit passen – weil auch bspw. eine Vertonung des Liedes „Vom Himmel hoch“ dabei ist.

Magnificat anima mea Dominum („Meine Seele preist den Herrn“) – das war nach biblischer Überlieferung das Lobgebet Marias als Reaktion auf die doch sehr seltsame und wundersame Schwangerschaft mit dem (noch ungeborenen) Jesus Christus, als sie bei ihrer Base Elisabeth weilte. Im Kirchenzyklus wird dieser Tag „Mariä Heimsuchung“ traditionell am 31. Mai gefeiert. Und das ist doch nur gar nicht weihnachtlich. Und im Rahmen der Marienverehrung wird die deutsche Version des Magnificats als Teil des Rosenkranzes sowieso ganzjährig gebetet.
Nun, ich bin nicht katholisch, und auch wenn ich der christlichen Lehre nicht ganz fern stehe, so mutet mir die doch gottähnliche Anbetung Marias äusserst seltsam an. Aber der Wortlaut selbst des Magnificats ehrt ja nicht Maria, sondern wurde von ihr selbst zur Ehre Gottes gesprochen.

Mir persönlich gefällt übrigens eher die Version vom Sohn, also von Carl Philipp Emanuel Bach. Sie wirkt auf mich etwas flüssiger, etwas eingängiger, auch etwas emotionaler als die Sätze des Vaters. Vor allem den Weihnachtseinschub „Freut euch“ und der Anfang des Schlusschores „Gloria patri“ finde ich etwas holprig und konstruiert. Und das, obwohl ich die Musik von Johann Sebastian Bach ansonsten ausnahmslos als genial erachte und empfinde.

Wir werden insgesamt vier Mal singen. Zwei mal in der reformierten Stadtkirche zu Aarau, (Donnerstag und Freitag 11+12. Dez.), am Samstag dann in der reformierten Stadtkirche zu Zofingen. Und dann als krönenden Abschluss am Sonntagnachmittag (14.12.) um 17 Uhr im Grossmünster Zürich. Für alle vier Konzerte gibt es noch Plätze. Wobei ich Interessierten immer empfehle, keinen Sitzplatz an der Seite zu wählen, sondern eher im Hauptschiff oder auf der Empore. Dort ist die Akustik einfach viel besser, egal in welcher der drei Kirchen wir singen werden. Und warme Kleidung ist auch anzuraten, vor allem in Zürich. Ich jedenfalls werde unter meinem Anzug dicke Socken und evtl. lange Unterhosen anlegen.

Vorschau: Weihnachten im Grossmünster mit den ersten drei Kantaten von J.S.Bachs Weihnachtsoratorium.
Ostern 2016: „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms.