Seifert-Orgel in Kaufbeuren

 

Auf meiner Besuchtour bei Geschwistern und Verwandten vor (inzwischen) zwei Wochen (siehe auch hier), kam ich auch in Kaufbeuren vorbei. Das ist eine kleine  Stadt mit ca. 40.000 Einwohnern im schwäbischen Allgäu. Dort erhielten wir eine kleine feine Privatführung für eine Kirchenorgel. Und zwar für die gerade erst zwei Jahre alte Orgel der Fa. Seifert (Kevelaer) in der evangelischen Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren.

Der Neubau der Orgel war notwendig geworden, weil bei der bis anhin installierten Orgel eine Generalsanierung fällig gewesen wäre. Das alte Instrument hatte zudem jedoch auch die Empore in der Kirche über Gebühr belastet. Eine Restaurierung wäre also wohl fast so teuer wie ein Neubau geworden, ohne dass jedoch beim alten Instrument nachhaltig die Lebensdauer verlängert worden wäre. So kam es zu dem Entscheid, eine neue Orgel zu installieren – dann aber aber auf einer statisch verstärkten Kirchenempore.

2013 wurde dann die schmucke Orgel eingeweiht. Hier erst einmal ein paar Bilder…. die Fotos entstanden unter sehr schlechten Lichtbedingungen, sind deswegen etwas körnig und griesselig.

 

Natürlich verfügt diese Orgel über mechanische Trakturen, d.h. bei einem Tastendruck wird nicht etwa ein elektronische Relais angesprochen, sondern tatsächlich über komplizierte Hebel und Hölzchen das entsprechende Löchlein für eine Orgelpfeife freigegeben – und ein Ton wird geblasen. Die Orgel verfügt über ca. 50 Register (die allerdings dann elektrisch geschalten), aufgeteilt in 4 sog. Werke: Pedal und drei Manuale (Hauptwerk, Positiv, Schwellwerk). Nicht nur von der Optik, auch von der Intonation und vom Klangbild her sehe ich eine Orgel barocken Grund-Stils, die allerdings sehr geschickt dahingehend erweitert wurde, dass auch neuere Orgelmusik des 19. Jh. sehr gut klingt.

Mein Bruder spielte uns neben etwas Bach (dazu passt diese Orgel natürlich hervorragend) auch einige Stücke von César Franck. Und siehe da, auch französische Orgelmusik des 19. Jh lässt sich fein registrieren und präsentieren. Dass mein Bruder sein Kunsthandwerk versteht und gute Musik zu zaubern weiss, soll hier nicht unter den Tisch fallen. Mir jedenfalls gefällt sein präzises und transparentes Spiel ausserordentlich.

Als nettes Leckerli durften wir dann auch noch in die Orgel hineinsteigen. Zu den Pfeifen, Trakturen, Blasebälgern und Windkanälen. Drinnen sieht es sehr durchdacht aufgeräumt aus. Die Verarbeitung und das verwendete (Holz-)Material zeugen von exquisiter Qualität. Ich habe kein einziges Brett mit einem Astloch gesehen, die Maserung der Holzbretter und -leisten ist zumeist sehr fein; die Hölzer sind also sorgfältig ausgesucht. Ich muss davon ausgehen, dass auch die Metalle für die Metallpfeifen (z.B. Mixtur, Zungenregister) ähnlich gute Qualität haben. Die Verarbeitung ist eine Augenweide.

Wer nun „gluschtig“ auf diese Orgel geworden sein sollte, dem empfehle ich einfach mal einen Besuch in Kaufbeuren an der evangelischen Dreifaltigkeitskirche, bevorzugt natürlich für einen Gottesdienst oder in einem Konzert.

Links:

Youtube

 

 

Privates Kleinod

Die Geschäftswelt hat ja allerorten bereits sämtliche Spuren auf die Weihnachtszeit getilgt. Schliesslich muss der Winterschlussverkauf beworben werden, da haben Tannenzweige und Sterne keinen Platz mehr. Aber Weihnachten ist eigentlich noch nicht vorbei, erst recht nicht für meinen Schwager, der  aus einer katholischen Familie stammt. Da ist erst am 2. Februar, an Mariä Lichtmess (40 Tage nach der Hlg. Nacht) die Weihnachtszeit zu Ende.

Am vergangenen Wochenende fuhr ich mit meiner Partnerin nach Südbayern, um ein paar meiner Geschwister zu besuchen. Und da war ich eben auch meiner ältesten Schwester und (besagtem) Schwager zu Besuch. Beide (Schwester und Schwager) sind begeisterte „Sammler schöner Dinge“ und haben schon seit geraumer Zeit ein Faible für Weihnachtskrippen. Ich war also vorgewarnt, als mein Schwager fast so nebenbei meinte, dass er uns seine Krippe zeigen wolle.

Was ich dann aber dort bei Ihnen im „Freizeitzimmer“ aufgestellt sah, hat mich dann schon schwer beeindruckt. Da steht doch tatsächlich eine Bühne mit mehr als einem Meter Breite, darin feinste italienische Figuren aus Ton in 30 cm Höhe. Wunderbare Handarbeiten, mit ausdrucksstarken Gesichtszügen und Körperhaltungen, edle Stoffe. Einfach wunderschön.

Diese Krippe wird dort dann auch noch bis zum 2. Februar stehen. Hier ein paar Bilder. Voilà!!

 

 

Konzert auf hohem Niveau

Kirche Rigi Kaltbach - Foto: Ernst Dietiker
Kirche Rigi Kaltbach – Foto: Ernst Dietiker

Wenn ich singe, vor allem wenn ich vor Publikum singe, dann ist es schon immer mein Bestreben, gute Musik zu machen. Also Musik auf hohem Niveau. Dies wird mir – da bin ich mir sicher – auch am kommenden Sonntag, den 30. August gelingen. Denn dort wirke ich in einem kleinen feinen Konzert oben auf der (so der Werbeslogan) Königin der Berge mit: Auf der Rigi. Genauer gesagt, in der evangelisch-reformierten Bergkirche Kaltbach. Und die liegt doch immer hin auf etwa 1500 Meter (über NN). Hohes Niveau also. Doch nicht nur die Meereshöhe wird etwas höher als üblich sein, sondern auch unsere Musik wird entsprechend angemessen sein, da bin ich mir sicher.

Dort lädt der Kulturkreis Rigi am Nachmittag um 16 Uhr zu einem Sommerkonzert ein. Neben unserem kleinem 12-köpfigen Sängerensamble aus Mitgliedern des Collegium Vocale des Grossmünsters Zürich erklingt auch feine Streich- und Orgelmusik. Das genaue Programm kann man hier einsehen (PDF).

Das Wetter wird am kommenden Wochenende zumindest freundlich sein, so zumindest sind die Prognosen. Ich denke, ich werde den Tag dort oben auf der Rigi so richtig geniessen. Herrliche Rundumsicht, vielleicht was schönes irgendwo zum Essen. Dann das Konzert mit feiner Musik. Bleibt nur noch mein Wunsch, dass nicht nur ich, sondern möglichst viele Konzertbesucher an diesem letzten Augustsonntag auf die Rigi und in die kleine Kirche kommen werden.

Zürcher Streiflichter 7

Zürich bietet immer wieder interessante Fotomotive. Hier eine Auswahl aus den letzten Wochen…

Fontäne Stadelhofen

Knapp 150 Jahre ist er alt, der Brunnen auf dem Platz Stadelhofen (gebaut 1869). Er wurde in den letzten Wochen zerlegt und restauriert. Nun ist er wieder sauber und „glänzt“ in seinem Gusseisen-Anthrazit.

Zürich hat um die 1200 Brunnen, kann daher mit Fug und Recht als Brunnenstadt bezeichnet werden. Und im Gegensatz zu vielen anderen Städten auf dieser Welt ist (bis auf wenige gekennzeichnete Ausnahmen) das Wasser in Trinkwasserqualität.