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Konzert auf hohem Niveau

Kirche Rigi Kaltbach - Foto: Ernst Dietiker

Kirche Rigi Kaltbach – Foto: Ernst Dietiker

Wenn ich singe, vor allem wenn ich vor Publikum singe, dann ist es schon immer mein Bestreben, gute Musik zu machen. Also Musik auf hohem Niveau. Dies wird mir – da bin ich mir sicher – auch am kommenden Sonntag, den 30. August gelingen. Denn dort wirke ich in einem kleinen feinen Konzert oben auf der (so der Werbeslogan) Königin der Berge mit: Auf der Rigi. Genauer gesagt, in der evangelisch-reformierten Bergkirche Kaltbach. Und die liegt doch immer hin auf etwa 1500 Meter (über NN). Hohes Niveau also. Doch nicht nur die Meereshöhe wird etwas höher als üblich sein, sondern auch unsere Musik wird entsprechend angemessen sein, da bin ich mir sicher.

Dort lädt der Kulturkreis Rigi am Nachmittag um 16 Uhr zu einem Sommerkonzert ein. Neben unserem kleinem 12-köpfigen Sängerensamble aus Mitgliedern des Collegium Vocale des Grossmünsters Zürich erklingt auch feine Streich- und Orgelmusik. Das genaue Programm kann man hier einsehen (PDF).

Das Wetter wird am kommenden Wochenende zumindest freundlich sein, so zumindest sind die Prognosen. Ich denke, ich werde den Tag dort oben auf der Rigi so richtig geniessen. Herrliche Rundumsicht, vielleicht was schönes irgendwo zum Essen. Dann das Konzert mit feiner Musik. Bleibt nur noch mein Wunsch, dass nicht nur ich, sondern möglichst viele Konzertbesucher an diesem letzten Augustsonntag auf die Rigi und in die kleine Kirche kommen werden.

Zürcher Streiflichter 7

Zürich bietet immer wieder interessante Fotomotive. Hier eine Auswahl aus den letzten Wochen…

  • Linie 2 in der Anfahrt zum Letzigrund
  • Balkon Badenerstrasse / Martastrasse
  • Y
  • Turm Neumünster
  • Baumfällarbeiten für Tram Hardbrücke
  • Minergiehaus Badenerstrasse 238
  • I Fell fo Vanity - Protestplakat gegen Baumschlag für Kunsthauserweiterung
  • Bänkelsängerbrunnen nahe Albisriederplatz
  • Brunnen Lago Montagna auf dem Tessinerplatz
  • Prime Tower vom Bullingerpark aus

Fontäne Stadelhofen

Knapp 150 Jahre ist er alt, der Brunnen auf dem Platz Stadelhofen (gebaut 1869). Er wurde in den letzten Wochen zerlegt und restauriert. Nun ist er wieder sauber und „glänzt“ in seinem Gusseisen-Anthrazit.

  • Fontäne Stadelhofen
    Fontäne Stadelhofen
  • Fontäne Stadelhofen
    Fontäne Stadelhofen
  • Fontäne Stadelhofen
    Fontäne Stadelhofen
  • Fontäne Stadelhofen
    Fontäne Stadelhofen

Zürich hat um die 1200 Brunnen, kann daher mit Fug und Recht als Brunnenstadt bezeichnet werden. Und im Gegensatz zu vielen anderen Städten auf dieser Welt ist (bis auf wenige gekennzeichnete Ausnahmen) das Wasser in Trinkwasserqualität.

 

Auf der Egg

Kürzlich durfte ich mal wieder in eines der schönsten Quartiere Zürichs fahren… nach Wollishofen. Wäre dieser Stadtteil (zumindest für mich persönlich) zu nicht so furchtbar abgelegen, dann … na ja, dann wäre ich wohl öfters dort. Nach meinem dienstlichen Termin im dortigen Tramdepot nahm ich mir noch etwas Zeit, um ein paar Fotos von der Kirche auf der Egg zu machen.

Die ca. 80 Jahre alte Kirche besticht durch eine recht klare Formgebung. Gegen Norden ist der Bau abgerundet. Die Südseite (innen die Altar- und Orgelseite) hingegen ist eine glatte flache Fassade, welche jedoch mit zwei Reliefs verziert ist. (Mehr dazu auf Wikipedia)

  • Kirche auf der Egg - Südansicht
    Kirche auf der Egg - Südansicht
  • Kirche auf der Egg - Nordansicht
    Kirche auf der Egg - Nordansicht
  • Kirche auf der Egg - Fassadenrelief "Speisung der Fünftausend"
    Kirche auf der Egg - Fassadenrelief "Speisung der Fünftausend"

Das Gebäude wird inzwischen nicht mehr regelmässig von der reformierten Kirchengemeinde Wollishofen benutzt, dazu reicht wohl inzwischen wieder die kleinere und ältere Kirche etwas unterhalb der Egg. Damit das Gebäude nicht völlig nutzlos dasteht, wurde ein Projektwettbewerb ausgeschrieben. Die eingereichten Ideen spannen sich vom Umbau zur Indoor-Freestyle-Arena über die Umgestaltung in ein Hotel bis zu einer Wohnüberbauung. Letztlich jedoch hat das Projekt Kunst Klang Kirche diesen Bewerb gewonnen. Was ja nicht heissen will, dass man nicht später auf eine der anderen interessanten Projektideen zurückgreift.

Leider war die Kirche verschlossen, als ich vor einigen Tagen dort mit meiner Fotokamera unterwegs war, denn der völlig aus Holz gestaltete Innenraum ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber durchaus einen Blick wert.

Chagall-Fenster in der St. Stephanskirche Mainz

Vor einigen Tagen habe ich bereits über den Kreuzgang der Stephanskirche in Mainz berichtet. Und angekündigt, auch noch in einem weiterem Beitrag auf die Chagall-Fenster einzugehen. Nun denn…

Es ist nicht unbedingt selbstverständlich, dass ein Künstler wie Marc Chagall, der eine russisch-jüdischer Herkunft aufweist, in Deutschland einen Kunstauftrag annimmt. Nicht wenige jüdischstämmige Künstler des 20 Jh. weigerten sich im Nachlauf des Dritten Reichs, jemals wieder nach Deutschland zu gehen, geschweige denn dort (oder dafür) künstlerisch tätig zu werden. Und so sind die Mainzer Chagall-Fenster auch die einzigen, welcher dieser Künstler für eine deutsche Kirche angefertigt hat.

Der Kirchenraum wird durch die durchgehend in blau gehaltenen Fenster massgeblich geprägt. Es herrscht in der Kirche eine recht eigenartige Stimmung – verursacht durch die kühle Farbgebung. Nicht alle Fenster sind von Marc Chagall selbst gestaltet, nur die im Chorraum und Querschiff der Kirche sind von ihm. Alle weiteren Fenster wurden nach dem Tode Chagalls (1985) von seinem langjährigen Freund Charles Marq erstellt. (Man beachte die interessante Ähnlichkeit der Namen). Charles Marq war als Seniorchef des Glasateliers Jacques Simon mit der Kunst Chagalls vertraut. Denn diese Glasmanufaktur fertigte nach den Entwürfen Chagalls die Rohfenster an, bevor der Künstler selbst mittels Schwarzlotmalerei den Feinschliff leistete.

  • Turm der Stephanskirche Mainz
    Turm der Stephanskirche Mainz
  • Stephanskirche Mainz - blaues Licht im Innenraum
    Stephanskirche Mainz - blaues Licht im Innenraum
  • Stephanskirche Mainz - Detail eines Chagall-Fensters
    Stephanskirche Mainz - Detail eines Chagall-Fensters
  • Stephanskirche Mainz - Detail eines Chagall-Fensters (Adam und Eva)
    Stephanskirche Mainz - Detail eines Chagall-Fensters (Adam und Eva)
  • Stephanskirche Mainz - Fenster von Charles Marq
    Stephanskirche Mainz - Fenster von Charles Marq

Weil (anscheinend) der Künstler Chagall nie seine Werke erläutert hat, bleibt es also dem Betrachter selbst vorbehalten, zu ergründen, was denn nun in den einzelnen Bildern dieser Fenster dargestellt werden soll. Bei manchen Szenen ist dies recht eindeutig (siehe Adam und Eva), bei anderen mag dies schon schwieriger sein. Klar ist aber, dass der Jude Chagall seinen Schwerpunkt auf Szenen des alten Testaments gelegt hat. Man findet wenig echte christliche Szenen.

Für mich persönlich war es eigentlich das grösste Aha-Erlebnis, als ich in dieses blaue Licht des Kircheninneren hereinkam. Obwohl draussen die Sonne bei schönstem Wetter ein helles Licht lieferte, war die Stimmung es im Kirchenschiff doch recht dunkel und mystisch. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie die Kirche wirkt, wenn nun im Inneren selbst Lampen und Kerzen brennen.