Posts in Category: Chor

Vier Mal Zwei Mal Bachs Magnificat

Bachs Magnificat Aargauer Kantorei 2014

Bachs Magnificat Aargauer Kantorei 2014

Adventszeit ist für Chöre traditionell immer Konzertzeit. Das ist auch für die Aargauer Kantorei, bei der ich (mehr oder minder) regelmässig mitsinge, nicht viel anders. Und so kommt es, dass ich in den kommenden Tagen vier Mal auf der Konzertbühne stehen werde.

Wir werden dieses Jahr Bachs Magnificat singen. Zwei Mal. Also sowohl das Magnificat von einem seiner Söhne, Carl Philipp Emanuel Bach, als auch vom (bekannteren) Vater Johann Sebastian Bach. Das „väterliche“ Magnificat wird dabei in der sog. Weihnachtsversion aufgeführt. J.S. Bach hat dafür noch einige Zusätze komponiert, die nur in der Adventszeit passen – weil auch bspw. eine Vertonung des Liedes „Vom Himmel hoch“ dabei ist.

Magnificat anima mea Dominum („Meine Seele preist den Herrn“) – das war nach biblischer Überlieferung das Lobgebet Marias als Reaktion auf die doch sehr seltsame und wundersame Schwangerschaft mit dem (noch ungeborenen) Jesus Christus, als sie bei ihrer Base Elisabeth weilte. Im Kirchenzyklus wird dieser Tag „Mariä Heimsuchung“ traditionell am 31. Mai gefeiert. Und das ist doch nur gar nicht weihnachtlich. Und im Rahmen der Marienverehrung wird die deutsche Version des Magnificats als Teil des Rosenkranzes sowieso ganzjährig gebetet.
Nun, ich bin nicht katholisch, und auch wenn ich der christlichen Lehre nicht ganz fern stehe, so mutet mir die doch gottähnliche Anbetung Marias äusserst seltsam an. Aber der Wortlaut selbst des Magnificats ehrt ja nicht Maria, sondern wurde von ihr selbst zur Ehre Gottes gesprochen.

Mir persönlich gefällt übrigens eher die Version vom Sohn, also von Carl Philipp Emanuel Bach. Sie wirkt auf mich etwas flüssiger, etwas eingängiger, auch etwas emotionaler als die Sätze des Vaters. Vor allem den Weihnachtseinschub „Freut euch“ und der Anfang des Schlusschores „Gloria patri“ finde ich etwas holprig und konstruiert. Und das, obwohl ich die Musik von Johann Sebastian Bach ansonsten ausnahmslos als genial erachte und empfinde.

Wir werden insgesamt vier Mal singen. Zwei mal in der reformierten Stadtkirche zu Aarau, (Donnerstag und Freitag 11+12. Dez.), am Samstag dann in der reformierten Stadtkirche zu Zofingen. Und dann als krönenden Abschluss am Sonntagnachmittag (14.12.) um 17 Uhr im Grossmünster Zürich. Für alle vier Konzerte gibt es noch Plätze. Wobei ich Interessierten immer empfehle, keinen Sitzplatz an der Seite zu wählen, sondern eher im Hauptschiff oder auf der Empore. Dort ist die Akustik einfach viel besser, egal in welcher der drei Kirchen wir singen werden. Und warme Kleidung ist auch anzuraten, vor allem in Zürich. Ich jedenfalls werde unter meinem Anzug dicke Socken und evtl. lange Unterhosen anlegen.

Vorschau: Weihnachten im Grossmünster mit den ersten drei Kantaten von J.S.Bachs Weihnachtsoratorium.
Ostern 2016: „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms.

Das Loch nach dem Konzert

Wohl jeder Mensch kennt das: Wenn man ein Projekt erfolgreich abgeschlossen hat, dann gibt es unmittelbar danach ein paar Tage, in denen man so richtig schön in ein nettes Loch fallen kann. Die Anspannung der letzten Tage ist vorbei, und Körper und Geist fordern nun Tribut. Bei Schwangerschaften/Geburten kennt man das postpartale Stimmungstief (Babyblues), bei Musikern ist es eben das berühmte „Loch nach dem Konzert“.

Nun, genau da bin ich schon gestern Abend hineingefallen, als ich heimkam. Deprimierend. Nur tröstend, dass dieser Zustand nicht lange anhalten wird. Das lehrt mich die Erfahrung.

Es waren zwei gute Konzerte.

Für beide Aufführungen meine ich behaupten dürfen, dass auch musikalisch gebildete und anspruchsvolle Zuhörer unser Dargebotenes zu schätzen wussten. Und dann auch mit gebührendem Applaus belohnt hatten. Das Publikum in Aarau wartete in ergriffener Stille noch etliche Sekunden nach dem Verklingen des Schlussakkords mit dem Klatschen. Im Grossmünster hingegen – so schien es mir – gab es ein paar sog. „Operngänger“, die schon Sekundenbruchteile nach dem Schlusston losklatschten und auch Beifallsbekundungen mit Rufen und Fussgetrampel anreicherten. Ich weiss nicht, was ich davon halten soll. Gewiss, Mendelssohns Musik hat so ihre Momente. Und natürlich endet der „Lobgesang“ mit einem furiosen und glänzenden Schlusschor. Aber ist echte Begeisterung? War unsere Darbietung wirklich so mitreissend?

Wie auch immer. Ich habe das Singen sehr genossen. Auch das Zuhören bei den Teilen, wo der Chor schweigt (Arien, Instrumentalstücke) war ein Genuss. Und natürlich auch der Applaus. Umso ernüchternder dann die Rückkehr zur Normalität. Das Erfreuliche ist aber, dass die Erinnerung meist nur die Glanzmomente behält. Und genau deswegen bereitet mir nicht nur das Musizieren an sich so viel Freude, sondern auch das Darbieten dieser Musik.

Mendelssohns Lobgesang

betttagskonzert2014

Betttagskonzert 2014: Mendelssohns Lobgesang

Am kommenden Wochenende kann man mal wieder die Früchte eines meiner Hobbys geniessen. In zwei Konzerten werde ich (als Chorbass) mitwirken.

Sa. 20.09. um 19:30 in in der Ref. Stadtkirche Aarau

So 21.09 um 17:00 im Grossmünster Zürich

Beide Male singen wir Mendelssohns „Der Lobgesang“ und den Psalm 115.

 

In den letzten Wochen ging diesen beiden Konzerten eine recht strenge Phase des Einstudierens voran. Selten habe ich ein Chorwerk in so kurzer und intensiver Probe-Arbeit einstudiert. Insgesamt zähle ich (inklusive der Haupt- und Generalprobe im Laufe dieser Woche) nur 5 Probe-Abende.

Aber wir – das sind das Collegium Vocale Grossmünster, das Orchester La Chapelle Ancienne und die Solist(inn)en sind vorbereitet. Mendelssohn hat mit diesen beiden Werken grossartige Musik komponiert. Und ich freue mich, mitsingen zu dürfen.

 

Vorschau Advent 2014: Bachs (Vater & Sohn) Magnificat mit der Aargauer Kantorei