19. Jan. 2015

Modelleisenbahn Budgetplanung

Der Monatswechsel von Januar auf Februar ist für eingefleischte Modelleisenbähnler ja fast sowas wie ein zweites Weihnachten. Denn es steht die alljährliche grosse Spielwarenmesse in Nürnberg an. Traditionell verkünden um diesen Termin herum die Modelleisenbahn-Hersteller ihre geplanten Neuheiten für das restliche Kalenderjahr (und zuweilen auch weit darüber hinaus, wenn man die Lieferfristen mancher Firmen ansieht).

Ob ich jetzt ein „eingefleischter“ Modelleisenbähnler bin? Na, wer 5 m3 seiner Wohnung mit einer Eisenbahnanlage belegt, ist wohl tatsächlich ein bisschen verrückt. Also… Ich gebe zu, dass auch ich mit Spannung auf die Ankündigungen mancher Hersteller warte, insbesondere auf die aus dem Hause Märklin. Vor ein paar Tagen war es dann soweit, der Neuheitenkatalog 2015 ist veröffentlicht worden.

Im Grunde ist das für mich so ein Zwischending aus Hoffen und Bangen. Gespannt bin ich jedes Mal, ob Märklin es dieses Jahr schafft, eines meiner Wunschmodelle ins Sortiment aufzunehmen. Etwas mulmig hingegen wird es mir hingegen, wenn ich zusammenrechne, was es kosten würde, wenn ich all die Sammlermodelle erwerben würde, deren Kauf mich reizt. Wohlweislich habe ich irgendwann vor Jahren mein Sammelgebiet drastisch eingeschränkt – auf die Lokomotiven und Waggons, die mich schon als Kind auf meinem Schulweg entlang der Bahnstrecke fasziniert haben. Für Kenner: Deutsche Bundesbahn Epoche IV (70er und 80er Jahre).

Maerklin 37162 BR 094, Bild: (c) Maerklin

Maerklin 37162 BR 094, Bild: (c) Maerklin

2014 war ein „teures“ Jahr. Umso mehr erleichtert bin ich, dass dieses Jahr wohl etwas billiger kommen wird. Von den vorgestellten Neuheiten interessiert mich bei den Lokomotiven eigentlich nur die Dampflok BR 094. Da bleibt bestimmt auch noch etwas Geld übrig, um den ein oder anderen Wagen an meine Lokis anzuhängen. Und ausserdem steht 2015 sowieso die Verkabelung der ganzen Elektronik auf meiner Eisenbahnanlage auf dem Plan. Da wandern noch etliche Franken zum Fachhändler. Ich hoffe ja mal, dass die aktuelle Euro-Abwertung mir noch etwas entgegenkommt 😉

6. Jan. 2015

Buchloe Bahnhof

Schneetreiben Bahnhof Buchloe

Schneetreiben Bahnhof Buchloe

Fast jedes Mal, wenn ich mit der Eisenbahn zu meinen Eltern nach Deutschland fahre, darf (oder muss) ich in Buchloe umsteigen. Buch… was? Ja genau, Buchloe. Wird übrigens „Buchló-e“ ausgesprochen, und nicht etwa „Buchlö“. Mit ca. 12.000 Einwohnern ist diese kleine Stadt im Ostallgäu wirklich alles andere als bedeutend. Landsberg am Lech, nur wenige Kilometer östlich davon, ist mit seinen knapp 30.000 Einwohnern ungleich bekannter und das eigentliche regionale Zentrum. Und das nicht erst, seitdem Uli Hoeness dort in der JVA einsitzt …. äääh freigeht.

Aber der Eurocity von Zürich nach München hält in Buchloe. Nicht in Landsberg a. L. Weil eben in Buchloe die Deutsche Bahn Anschlüsse in alle möglichen Richtungen im Allgäu herstellt. Und jedes Mal, wenn ich auf dem stürmischen Bahnsteig in diesem unbedeutendem Kaff (Sorry, lieber Buchloer) stehe, mir den Mantelkragen hochschlage, weil mir kalt ist, dann denke ich mit Wehmut an die entscheidend besser ausgestatteten Haltepunkte der SBB. Dort gäbe es an einem solchen Umsteigeknoten garantiert auf jedem Bahnsteig ein beheiztes Wartehäuschen. Und ein Bahnhofsgebäude, wo zumindest ein Kaffeeautomat steht. In Buchloe gibt es da nichts dergleichen. Immerhin, es wird gerade ein neues Bahnhofsgebäude errichtet – die alte Bruchbude neben den Gleisen war auch wirklich komplett herunter gewirtschaftet. Ich bin ja gespannt, wann ich wieder mal in Buchloe strande – und ob dann die Baustelle neben Gleis 1 beendet sein wird. Vor allem, was dann dabei herauskommt. Angeblich soll es dann ein Reisezentrum geben und ein Schnellrestaurant. Ja ja….

Aber noch nicht. Und so wartete ich zuletzt über Weihnachten im Schneetreiben auf einem windigem Bahnsteig irgendwo im Nichts des Unterallgäus auf meinen Anschlusszug. Der natürlich – dem Wetter geschuldet – verpätet war.

15. Dez. 2014

Brückenbau

An manchen Tagen baue ich nicht an meiner echten Eisenbahnanlage, sondern ich werke auf einer digitalen Welt. Genauer gesagt in dem faszinierenden Bauklötzchenspiel Minecraft. Das geschieht häufig dann – nicht ganz zufällig – an so Tagen wie dem heutigen, wenn ich nach unseren 4 Magnificat-Konzerten wieder etwas emotional durchhänge. Das ist dann der beste Zeitpunkt, um einfach in eine andere Welt abzutauchen.

Für alle Insider: Ich spiele im Adventuremodus auf einer Welt in der Version 1.8, es sind keinerlei Mods aktiv, dafür aber das Soartex-Ressourcenpaket. Zwei kleine Cheats sind aktiviert: Zum einen zerstören mir explodierende Creeper keine Blöcke, um zum anderen verliere ich nichts wenn ich sterbe. Sonst ist alles „Vanilla“. Alle verbauten Blöcke sind vorher irgendwo anders abgebaut, hergestellt oder geerntet worden.

Zuerst baue ich in einer neuen Minecraftwelt meist einige Strukturen, die ich für mich wichtig erachte. Eine Baumschule, einige Felder mit Kürbis, Weizen, usw. Und natürlich irgendeine Ecke wo ich meine Sachen lagern kann. Das erste grössere Projekt ist nun eine Eisenbahnstrecke quer durch die Welt. Mit Brücken, Tunneln, Stützmauern und Beleuchtung. Das vorläufige Ergebnis sind dann wie folgt aus.

23. Sep. 2014

Modellbahn-Anlage: Rohbau

Modelleisenbahnanlage - rechter AnlagenteilIn den vergangenen zwei Wochen bin ich wieder ein paar Schritte vorangekommen mit dem Bau meiner Modellbahn-Anlage. Die Gleiswendel am rechten Anlagenrand steht und der zentrale Bahnhofsbereich hat seine ersten Holzplatten erhalten. Zwei Gleise liegen bereits probehalber drauf. Ich bin also noch immer im Rohbau: Trassen werden ausgesägt und verschraubt, darauf dann die Gleise. Für die nächsten Schritte (des Trassenbaus) arbeite ich mich dann auf dem ca. 20 cm hohen Bahnhof weiter nach links vor. Dort wird dann die Strecke in einem weitem Bogen mit einem Gefälle zum vorderen Anlagenrand weitergeführt.

Weil dies mein erster Beitrag über meine Eisenbahnanlage ist, gibt es erst einmal einen Gleisplan zur Übersicht. Diesen Plan habe ich nicht selbst erstellt, sondern ich verwende als Vorlage einen alten Vorschlag von Märklin (den kann man übrigens hier runterladen)

Modelleisenbahnanlage Übersichtsplan

Die Anlage wird ca 3,6 Meter breit werden, die Tiefe beträgt knapp 1,5 Meter. Fertig verlegt sind inzwischen der dreigleisige Schattenbahnhof, die Paradestrecke am vorderen Anlagenrand und eben die (unterirdische) Gleiswendel auf der rechten Seite. Ein kleine Herausforderung wird dann noch die Wendeschleife (auf dem Bild Tunneleingang mit „10“ markiert), die eben genau unter dem Bahnhofsbereich, aber auch exakt über dem Schattenbahnhof (quasi als Zwischenebene in 10 cm Höhe) reingezimmert wird. Kann sein, dass ich dafür noch die ein oder andere Stützstrebe für die Bahnhofsplatte versetzen muss.

Modelleisenbahnanlage - SchattenbahnhofWenn die Gleise dann mal alle liegen (das hoffe ich bis spätestens Weihnachten erledigt zu haben), kann die Verkabelung beginnen. D.h., die Weichen erhalten Antriebe, Kontaktstellen werden installiert und verkabelt, usw… Wahrscheinlich werde ich den Bahnhof etwas schlanker bauen als oben dargestellt. Das Stumpengleis ganz vorne (4) entfällt, und auch beim Betriebswerk (6) bzw. Lokschuppen (7) könnte es Änderungen geben. Die Landschaftsgestaltung betreffend plane ich, rechts anstatt eines bewaldeten Berges mit Bergkirche (13) eine kleine Stadt hin zu stellen: mit Stadtmauer, schönen pittoresken Fachwerkhäusern, Kopfsteinpflaster, schmiedeseiseren Strassenlampen usw. Auch das Wasser am vorderen Rand wird es bei mir nicht geben, allerhöchstens irgendwo einen Bach.

Was gibt es auf den zwei Fotos noch zu entdecken? Man kann evtl. erkennen, dass ich Teile des Schattenbahnhofes bereits mit einem Dämmvlies unterlegt habe – in der Hoffnung, so etwas die Geräuschentwicklung zu mindern. Unterirdisch plane ich das mit diesem Vlies, bei den sichtbaren Streckenteilen voraussichtlich mit einer Korkunterlage.
Die Trassen selbst sind mit 10 mm Sperrholz verlegt, die ganzen Spanten sind aus 40 x 60 mm Fichtenholz verschraubt. Ich habe die Anlage so konstruiert, dass man sie genau in der Mitte auseinandernehmen kann. Für den Fall, wenn man sie (aus Platzgründen) weglagern muss, oder damit man sie bei einem Wohnungsumzuges leichter transportieren kann.
Im Moment steht noch eine alte Central Station 1 zur Steuerung der Züge an der Anlage. Aber bevor ich nicht alles weitgehend verkabelt habe, mache ich mir noch keine Gedanken über eine Neuanschaffung einer aktuelleren Steuerungszentrale. Wer weiss was bis dahin dann auf dem Markt verfügbar ist.
Als Rollmaterial kommen bei mir Lokomotiven und Wägen nach deutschen Vorbildern aus den 70er und 80er Jahren zum Einsatz (sog. Epoche IV). Das war die Zeit, als die allerletzten Dampflokomotiven noch fuhren, als dann in (West-)Deutschland die Züge in Korallblau-Beige lackiert wurden. Das ist die Zeitepoche meiner Kindheit, damals hat irgendwas diesen komischen Eisenbahnvirus bei mir keimen lassen. Und es ist auch m. E. finanziell sinnvoll, sich bei der Anschaffung dieser teuren Lokomotiven und Wägen auf ein konkretes Sammelgebiet einzuschränken.

6. Aug. 2014

Mal eine Lanze für die Deutsche Bahn brechen….

Ja, man kann mit der Deutschen Bahn auch positive Erfahrungen machen….

Vergangenes Wochenende besuchte ich meine Eltern in Deutschland. Ich freute mich auf die Bahnfahrt. Dieses Mal führte meine Hinreise über die Bodenseeroute, d.h. von Zürich nach Romanshorn, dann mit der Fähre über den Bodensee nach Friedrichshafen. Und von dort dann mit der „schwäbischen Eisenbahn“ weiter nach Ulm, usw..

Schon am deutschen Ufer die erste positive Überraschung. Obwohl die Fähre zu spät dort angelegt hatte, stand der Anschlusszug noch im Bahnhof und wartete auf den Anschluss. Trotzdem kamen wir pünktlich in Ulm an.

ICE der Deutschen Bahn

ICE der Deutschen Bahn

Die weitaus angenehmere Begebenheit hatte ich aber dann auf der Heimfahrt. Dieses Mal sass ich im Eurocity von München nach Zürich. Das Wagenmaterial dieses Zuges ist zwar traditionell schweizerisch, aber das Zugpersonal wird von der Deutschen Bahn gestellt (mit Ausnahme des Catering 🙂 ). Ich zeigte wie üblich mein Zugticket vor und legte mein Schweizer Generalabonnement (GA) bei. Und erst jetzt auf der Rückreise, nach mehreren Billettkontrollen bemerkte der Zugbegleiter, dass mein GA abgelaufen war. Siedend heiss fiel es mir ein: das Nachfolge-GA liegt daheim auf dem Schreibtisch – ich wollte es eigentlich pünktlich zum Monatsbeginn August in meinem Portmonee auswechseln. Hatte dies aber vergessen.

Ich stellte mich schon auf eine Nachzahlung ein – der deutsche/österreichische Streckenanteil war schliesslich durch dieses GA preisreduziert erworben worden. Aber der Zugbegleiter zückte sein Mobiltelefon und rief kurzerhand (mit meinem Einverständnis) bei den SBB in der Schweiz an und erkundigte sich dort, ob tatsächlich ein Nachfolge-GA existiert. Dies konnte innerhalb von zwei Minuten erfolgreich geklärt werden. Und ich bekam meinen normalen Entwertungsstempel auf mein Ticket.

KLASSE !!