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Passionskonzerte 2018

Passionskonzerte 2018

Die Tage vor Ostern sind für mich immer eine anstrengende, aber auch eine sehr schöne Zeit. Dann ich darf Musik machen, ich darf – zusammen mit anderen Singenden und Instrumentalisten – feine, berührende Musik einem Publikum präsentieren. Dabei werde ich insgesamt sechs Mal auf der Bühne stehen.

  • Sa. 24.3 in der Predigerkirche Zürich und So. 25.3. im Berner Münster
    Mit der Zürcher Kantorei zu Predigern und der Berner Kantorei singen wir 4 Motetten von Francis Poulenc. Dazu einen vertonten Kreuzweg von Franz Liszt. Das Konzert wird angereichert durch einen Ausdruckstanz.
    Beide Komponisten, beide Werke haben nun nicht gerade den Bekanntheitsgrad einer Bachschen Matthäuspassion. Aber das soll nichts heissen. Gerade die 4 Poulenc-Motetten sind allerfeinste Musik. Auf der einen Seite mit wunderschön gefälligen Harmonien und Melodien, aber gleichzeitig auch wieder derart emotional schräg und schrill, dass es eine wahre Freude ist, sich auf solche Musik einzulassen.
    Liszt hingegen bringt mit seinem Kreuzweg ein Werk typischer Spätromantik, mit energiegeladenen Akkorden und Harmonien, die den Leidensweg Jesu zu seiner eigenen Kreuzigung sehr anschaulich darstellt.
    Ich freue mich auf diese interessante Musik und hoffe auf regen Konzertbesuch.
  • Mi. 28.3 in der Stadtkirche Brugg, Do. 29.3. in der Stadtkirche Aarau, Fr. 30.3. im Grossmünster Zürich und Sa. 31.3. in der Stadtkirche Zofigen
    Mit der Aargauer Kantorei singen wir das Requiem von Luigi Cherubini. Das Werk wird noch vorgängig durch einen (instrumentalen) Trauermarsch (marche funèbre) und einen abschliessenden „In paradisum“ ergänzt.
    Was soll ich dazu noch sagen? Ich liebe Requiems! Mit der Vertonung von Totenmessen haben viele Komponisten echte Meisterwerke abgeliefert. Sei es Mozart, Verdi, Zelenka oder oder… eben auch Luigi Cherubini. Seine Totenmesse ist nicht nur kompositionstechnisch ein wahres Kunststück, sondern – und das ist ja eigentlich die Hauptsache – auch ein echter Ohrenschmaus. Ich kann jedem Klassikliebhaber den Besuch in einer der vier Konzerte ans Herz legen!

Nach den Konzerten werde ich wohl urlaubsreif sein. Denn neben dem Singen, Vorproben und Konzerten läuft ja das normale Berufs- und Familienleben weiter. Schön ist, dass ich dann gleich nach Ostern tatsächlich etwas ausspannen kann, denn es winken knapp zwei Wochen Urlaub.

Konzert: Jesu meine Freude – Dixit Dominus

ESG-2016-09-abendmusikSeit Ostern singe ich in einem anderen Chor: in der Zürcher Kantorei zu Predigern der Evangelischen Singgemeinde (ESG). Nicht etwa, weil dieser Chor besser, exklusiver wäre, weil ich noch etwas höherem streben würde. Meine bisherige Chorheimat (die ich übrigens nicht vollständig hinterlassen habe), das Collegium Vocale des Grossmünster Zürich bietet gleichermassen gute Chorarbeit, nette Leute und anständige Konzerte. Aber das Mitsingen in der ESG vereinfacht und bereichert zugleich mein Leben ein wenig, weil dort auch meine Lebenspartnerin singt.

Nun steht mit diesem Chor das erste Konzert an, bei dem ich mitsingen werde. Am Sonntag den 4. September führen wir in der Zürcher Predigerkirche ein paar Kleinode geistlicher Chormusik auf. Zum einen die umfangreichste Bach-Mottette, die der Grand Seigneur der Barockmusik komponiert hat: Jesu meine Freude. Ein Stück höchst virtuoser Chormusik, welches ich schon mal vor knapp 15 Jahren gesungen habe. Und seitdem warte ich sehnsüchtig auf die Chance, die mal wieder zu singen. Nun also.
Unser zweites grösseres Werk wird Dixit Dominus von Claudio Monteverdi sein. Italienische Musik aus der Zeit der Spät-Renaissance vom Feinsten. Das doppelchörige Werk ist gefällt mir aufgrund seiner wunderbaren musikalischen Sprachgebung. Der vertonte Text wird durch die entsprechende Musik sehr schön ausgestaltet und geprägt. Ich singe Monteverdi zum ersten Mal in meinem Leben – und es reut mich fast, dass ich diese Musik nicht schon früher kennenlernen durfte.
Zur Abrundung des feinen Konzertes gibt es dann noch drei kleine Motetten von Johann Hermann Schein und zwei reine Streicher-Sonaten (Biber / Rosenmüller).

Das Konzert am 4. September beginnt um 19:30, wer früher da sein kann, dem sei die Werkseinführung um 18:45 ans Herz gelegt. Karten gibt es für 30 bzw. 45 CHF (bei Jecklin in der Rämistrasse oder an der Abendkasse).

Seifert-Orgel in Kaufbeuren

 

Auf meiner Besuchtour bei Geschwistern und Verwandten vor (inzwischen) zwei Wochen (siehe auch hier), kam ich auch in Kaufbeuren vorbei. Das ist eine kleine  Stadt mit ca. 40.000 Einwohnern im schwäbischen Allgäu. Dort erhielten wir eine kleine feine Privatführung für eine Kirchenorgel. Und zwar für die gerade erst zwei Jahre alte Orgel der Fa. Seifert (Kevelaer) in der evangelischen Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren.

Der Neubau der Orgel war notwendig geworden, weil bei der bis anhin installierten Orgel eine Generalsanierung fällig gewesen wäre. Das alte Instrument hatte zudem jedoch auch die Empore in der Kirche über Gebühr belastet. Eine Restaurierung wäre also wohl fast so teuer wie ein Neubau geworden, ohne dass jedoch beim alten Instrument nachhaltig die Lebensdauer verlängert worden wäre. So kam es zu dem Entscheid, eine neue Orgel zu installieren – dann aber aber auf einer statisch verstärkten Kirchenempore.

2013 wurde dann die schmucke Orgel eingeweiht. Hier erst einmal ein paar Bilder…. die Fotos entstanden unter sehr schlechten Lichtbedingungen, sind deswegen etwas körnig und griesselig.

  • Seifert Orgel Kaufbeuren
    Seifert Orgel Kaufbeuren
  • Seifert Orgel Kaufbeuren
    Seifert Orgel Kaufbeuren
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - Blasbalg
    Seifert Orgel Kaufbeuren - Blasbalg
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - Trakturen
    Seifert Orgel Kaufbeuren - Trakturen
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - Spieltisch von hinten
    Seifert Orgel Kaufbeuren - Spieltisch von hinten
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - im Inneren der Orgel
    Seifert Orgel Kaufbeuren - im Inneren der Orgel
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - interessante Pfeifen
    Seifert Orgel Kaufbeuren - interessante Pfeifen
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - interessante Pfeifen
    Seifert Orgel Kaufbeuren - interessante Pfeifen
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - Pfeifenregister an Pfeifenregister
    Seifert Orgel Kaufbeuren - Pfeifenregister an Pfeifenregister
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - Traugott Mayr am Spieltisch
    Seifert Orgel Kaufbeuren - Traugott Mayr am Spieltisch
  • Seifert Orgel Kaufbeuren - Traugott Mayr am Spieltisch
    Seifert Orgel Kaufbeuren - Traugott Mayr am Spieltisch

 

Natürlich verfügt diese Orgel über mechanische Trakturen, d.h. bei einem Tastendruck wird nicht etwa ein elektronische Relais angesprochen, sondern tatsächlich über komplizierte Hebel und Hölzchen das entsprechende Löchlein für eine Orgelpfeife freigegeben – und ein Ton wird geblasen. Die Orgel verfügt über ca. 50 Register (die allerdings dann elektrisch geschalten), aufgeteilt in 4 sog. Werke: Pedal und drei Manuale (Hauptwerk, Positiv, Schwellwerk). Nicht nur von der Optik, auch von der Intonation und vom Klangbild her sehe ich eine Orgel barocken Grund-Stils, die allerdings sehr geschickt dahingehend erweitert wurde, dass auch neuere Orgelmusik des 19. Jh. sehr gut klingt.

Mein Bruder spielte uns neben etwas Bach (dazu passt diese Orgel natürlich hervorragend) auch einige Stücke von César Franck. Und siehe da, auch französische Orgelmusik des 19. Jh lässt sich fein registrieren und präsentieren. Dass mein Bruder sein Kunsthandwerk versteht und gute Musik zu zaubern weiss, soll hier nicht unter den Tisch fallen. Mir jedenfalls gefällt sein präzises und transparentes Spiel ausserordentlich.

Als nettes Leckerli durften wir dann auch noch in die Orgel hineinsteigen. Zu den Pfeifen, Trakturen, Blasebälgern und Windkanälen. Drinnen sieht es sehr durchdacht aufgeräumt aus. Die Verarbeitung und das verwendete (Holz-)Material zeugen von exquisiter Qualität. Ich habe kein einziges Brett mit einem Astloch gesehen, die Maserung der Holzbretter und -leisten ist zumeist sehr fein; die Hölzer sind also sorgfältig ausgesucht. Ich muss davon ausgehen, dass auch die Metalle für die Metallpfeifen (z.B. Mixtur, Zungenregister) ähnlich gute Qualität haben. Die Verarbeitung ist eine Augenweide.

Wer nun „gluschtig“ auf diese Orgel geworden sein sollte, dem empfehle ich einfach mal einen Besuch in Kaufbeuren an der evangelischen Dreifaltigkeitskirche, bevorzugt natürlich für einen Gottesdienst oder in einem Konzert.

Links:

Youtube

 

 

Händel – Judas Maccabäus

Konzertplakat Händel Judas Maccabäus / Aargauer Kantorei

Konzertplakat Händel Judas Maccabäus / Aargauer Kantorei

G. F. Händel: Judas Maccabäus
Man kennt von Händel ja eher den Messias. Judas Maccabäus ist aber ebenso ein typisches Händel-Oratorium.

Aus dem Programm: …“Die Israeliten beklagen den Tod ihres Führers Mattathias und bitten Gott, ihnen einen würdigen Nachfolger zu schenken. Judas – der Sohn des Verstorbenen – wird dessen Nachfolger und tritt mit seinem Volk gegen die Widersacher an. Seine Entschlossenheit bringt ihm den Ehrentitel „Maccabäus“ = „Der Hämmerer“ ein. Es gelingt Judas Maccabäus, sein Volk letztlich in den Frieden zu führen. In Jerusalem feiern die Priester und das Volk das Fest des Lichts und die Wiedereinweihung des 2. Tempels. Dieses Fest des Lichts („Chanukka“) fällt mit der christlichen Adventszeit zusammen.“

Händel ist eigentlich nicht so mein Ding. Ich singe lieber Mozart, Mendelssohn oder Bach, Oder oder… Händel kommt mir oft etwas statisch daher. Solche .. sagen wir mal .. typischen händel’schen Fanfaren, Kadenzen und Melodien gibt es auch im Judas Maccabäus zuhauf. Daneben aber gibt es etliche Arien und Chorstücke, die  – trotz Händel – so gut sind, dass sie mich zu Tränen rühren. Und deswegen bin ich bei diesem Projekt gern dabei.

Ich werde dieses Werk als Mitglied der Aargauer Kantorei in 4 Konzerten mitsingen. Vom 10.-13. Dezember 2015. Drei Mal im Aargau (2 xAarau, Zofingen) und zu guter Letzt im Grossmünster Zürich.

Anhören!! Link zur Kartenbestellung: http://goo.gl/ZqMXlf

Konzert auf hohem Niveau

Kirche Rigi Kaltbach - Foto: Ernst Dietiker

Kirche Rigi Kaltbach – Foto: Ernst Dietiker

Wenn ich singe, vor allem wenn ich vor Publikum singe, dann ist es schon immer mein Bestreben, gute Musik zu machen. Also Musik auf hohem Niveau. Dies wird mir – da bin ich mir sicher – auch am kommenden Sonntag, den 30. August gelingen. Denn dort wirke ich in einem kleinen feinen Konzert oben auf der (so der Werbeslogan) Königin der Berge mit: Auf der Rigi. Genauer gesagt, in der evangelisch-reformierten Bergkirche Kaltbach. Und die liegt doch immer hin auf etwa 1500 Meter (über NN). Hohes Niveau also. Doch nicht nur die Meereshöhe wird etwas höher als üblich sein, sondern auch unsere Musik wird entsprechend angemessen sein, da bin ich mir sicher.

Dort lädt der Kulturkreis Rigi am Nachmittag um 16 Uhr zu einem Sommerkonzert ein. Neben unserem kleinem 12-köpfigen Sängerensamble aus Mitgliedern des Collegium Vocale des Grossmünsters Zürich erklingt auch feine Streich- und Orgelmusik. Das genaue Programm kann man hier einsehen (PDF).

Das Wetter wird am kommenden Wochenende zumindest freundlich sein, so zumindest sind die Prognosen. Ich denke, ich werde den Tag dort oben auf der Rigi so richtig geniessen. Herrliche Rundumsicht, vielleicht was schönes irgendwo zum Essen. Dann das Konzert mit feiner Musik. Bleibt nur noch mein Wunsch, dass nicht nur ich, sondern möglichst viele Konzertbesucher an diesem letzten Augustsonntag auf die Rigi und in die kleine Kirche kommen werden.