Im Paradies ausgesetzt

Wir sassen gerade in der Abendsonne vor unserem Wohnwagen beim Abendessen (ja, in Deutschland sagt man eben nicht Nachtessen, sondern Abendessen!). Da sahen wir die Kaninchen zum ersten Mal in unserem Urlaub. Später sollte sich dann herausstellen, dass man die Langohren auf dieser Insel immer wieder sehen kann. Es gibt unheimlich viele Karnickel dort.

Heimisch geworden sind diese Tiere im 13 Jh, als der damalige dänische König Waldemar Kaninchen auf Amrum aussetzte – die Insel gehört damals zu Dänemark. Das Königshaus wollte sich so die Möglichkeit schaffen, dort auf Kaninchenjagd gehen zu können. Letztlich wurde aber anscheinend von diesem Recht nur selten Gebrauch gemacht. Die Bewohner von Amrum hingegen freuten sich jahrhundertelang über etwas Abwechslung auf ihrem Teller. Nicht nur immer Fisch oder Vogel-Eier, sondern eben auch mal Fleisch!!

Es gibt allerdings keine echten natürlichen Feinde für die Kaninchen auf Amrum. Ein paar Jungtiere werden von Greifvögeln gerissen, aber sonst leben die Tiere recht sorglos. Ein paar Seuchen (Myxomatose, Chinaseuche) haben die Bestände etwas reduziert, aber die Population scheint zunehmend gegen diese Krankheiten immun zu werden. Jedenfalls sind in den vergangenen Jahren viel weniger deswegen gestorben. Am meisten kommen heute die schnellen Säuger durch Autos ums Leben.

Man merkt den Hasen an, dass sie quasi keine Feinde haben und eigentlich in einem Kaninchen-Paradies leben. Weil sie doch recht wenig scheu sind. Sie springen erst davon, wenn man auf ca. 5 Meter an sie herangeht. Und so kann man die Dauer-Mümmler recht problemlos beobachten.

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