Kleben oder Schrauben

Eins muss man der Baufirma bescheinigen, welche die Überbauung erstellt hat, in der sich meine Wohnung befindet: sie hat echt harten Beton verwendet. Und mit hart meine ich H-A-R-T. Es ist nicht leicht, in die Wände meiner Wohnung ein Loch zu bohren. Ich erinnere mich, dass ich schier verzweifelt bin, als ich kurz nach dem Einzug nur vier Löcher in die Wand neben der Eingangstür bohren wollte, um dort meine Garderobe  anzubringen.

Ich hatte aber auch noch vor, im Bad eine Deckenlampe anzubringen. Schon allein der Gedanke, da nun auch noch zwei Löcher reinhauen zu müssen, verursachte mir Kopfzerbrechen. Also beschloss ich damals, diese Lampe an die Decke zu kleben. Glaubt man den Herstellern von doppelseitigen Klebebändern und sonstigen Klebstoffen, so sollte das eigentlich keine schwere Übung sein. Superstark. Superstrong. 100kg pro m2. Usw.

Nun gut, das wären pro cm2 immer noch 10 Gramm. Das klingt dann doch nicht mehr so superstark. Aber ich probierte es aus. Mehr als schiefgehen kann es ja nicht. Also klebte ich die Lampe im Bad an die Decke. Und das, obwohl mich das Kleingedruckte auf der Verpackung des doppelseitigen Klebebandes warnte: Überkopfverklebungen werden nicht empfohlen.

Knapp drei Jahre hielt das Konstrukt. Immerhin. Dann löste sich – wohl wegen Altersermüdung oder Feuchtigkeitseinfluss (nenne es wie du es willst) – mit einem hässlichen Geräusch die Metallplatte von der Decke. Das Glas der Lampe fiel dabei vollständig herunter, blieb dabei aber wunderbarerweise heile – dem Badezimmerteppich sei Dank. Der Rest wurde nur noch von den Stromkabeln selbst gehalten.

Lampe Bad

Lampe Bad

Bleibt ja dann wohl doch nur Dübel und Schraube. Hmpf. Nun gut, harten Beton kann man wohl am besten nur mit geeignetem Werkzeug besiegen. Also ab zum Baumarkt, einen guten Betonbohrer kaufen. Anschliessend machte ich mich an die Arbeit – natürlich erst, nachdem ich die Stromsicherung fürs Bad raus genommen habe (sicher ist sicher!). Und irgendwann waren die beiden Löchlein dann auch tief genug, um jeweils einen Dübel komplett drin versenken zu können. Trotz Geduld und Abkühlungspausen habe ich es allerdings doch noch geschafft, den Bohrer kurz vor Ende der Arbeiten über Gebühr zu erhitzen, so dass er ausglühte. Den konnte ich danach also gleich in meine Altmetallkiste werfen.

Aber nun hängt sie wieder, die Badezimmerdeckenlampe. Geschraubt statt geklebt – und damit auch garantiert länger als drei Jahre.

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