8. Jul. 2021

Sommer in Hellabrunn

Der Juli ist ja bisher kein Bilderbuch-Sommermonat. Wolken, Regen, Gewitter und kühle Luft lassen kein Sommergefühl aufkommen. Kurz zuvor jedoch, noch in den letzten Juni-Tagen präsentierte sich der Sommer von seiner Prachtseite. Das nutzten auch die Wasservögel im Tierpark Hellabrunn für Badefreuden und Gefiederpflege.

22. Okt. 2020

Wildkatzen in Langenberg

Es war eigentlich zum Haareraufen – wobei ich sowieso schon recht wenig Haare auf dem Kopf habe: wir waren kürzlich bei sonnigen Herbstwetter im Wildnispark Langenberg (bei Langnau a. A.). In erster Line wollten wir dort den sog. Raubtierpfad ablaufen, in der Hoffnung, Wildkatzen, Wölfe, Bären und Luchse zu sehen. Aber die Gehege präsentierten sich in ausschliesslich buntem Herbstlaub. Vierbeiner waren keine zu entdecken, die haben sich alle irgenwo verkrochen.

Eigentlich wollten wir schon etwas enttäuscht wieder in Richtung S-Bahn zurücklaufen. Wir beschlossen, doch noch ein zweites Mal kurz zu den Wildkatzen rein zu schauen. Und siehe da: sie hatten sich etwas aus ihren Verstecken herausgetraut und zeigten etwas Aktivität.

Insgesamt waren es drei Tiere, die wir erkennen konnten. Zuerst hielten sie sich irgenwo in den Ästen einer Kiefer auf, später kamen sie auch vereinzelt an den Boden herunter, futterten eine Maus oder machten Toilette….

9. Nov. 2019

Smilestones Miniaturwelt

Meine (Wahl-)Heimat Schweiz kann trotz seiner kleinen Fläche mit einigen Superlativen aufwarten. So befindet sich bspw. mit dem Rheinfall in Neuhausen (nahe Schaffhausen) der grösste Wasserfall Europas in der Schweiz. Vor dieser durchaus pittoresken Kulisse gibt es seit einigen Monaten noch ein weiteres Ausflugsziel: im Gelände des Unternehmens SIG (schon allein die Historie von SIG könnte einen eigenen Blog-Eintrag füllen) residiert seit November 2018 die grösste Modellbahnanlage der Schweiz: Smilestones.

Nachdem erst kürzlich der zweite grosse Bauabschnitt mit Szenen aus dem Berner Oberland eröffnet worden war, machte ich mich vor einigen Tagen auf den Weg an der Rheinfall. In der Hoffnung, dass der Besuch dort kein Reinfall wird. An der Kasse musste ich erst einmal etwas schlucken; 19 CHF Eintritt finde ich schon happig. Meine Märklin Insider Clubkarte brachte mir dann noch 2 Franken Ermässigung. Rucksäcke muss man in Schliessfächer verstauen, Fotografieren ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht, allerdings bitte ohne Blitz.

Natürlich erinnert dort dann erst mal alles an das grosse Vorbild aus Hamburg. Das dort ansässige Miniatur-Wunderland setzt einfach Massstäbe. Und das meine ich nicht bezogen auf die schiere Grösse der dortigen Eisenbahnanlage, sondern das MiWuLa punktet eben durch eine Vielzahl von kleinen Szenen, lustigen Einfällen, detail-freudiger Konsequenz bis an den hinteren Anlagenrand und technischer Innovationen. Smilestones hat sich vieles davon abgeschaut. Auch hier fand ich viele nette Szenen, skurrile Details, kleine Hingucker, usw usw. Etliche Knöpfe an den Anlagenränder können betätigt werden, um irgendetwas auf der Anlage in Bewegung zu setzen: einen Baukran, Tänzer, eine Bergbahn usw..

Vieles ist also ähnlich wie in Hamburg. Unverwechselbar wird Smilestones jedoch durch die Nachbildung von typische Schweizerischen Sehenswürdigkeiten. So wurde natürlich auch der Rheinfall modelliert – und er ist m.E. sehr gut gelungen. Viele Schaffhauser Gebäude, z.B. die Munot-Festung, der Bahnhof, das SIG Gelände machen richtig Eindruck. Sehr gut gefällt mir auch die Nachbildung des Sittertobels nahe St. Gallen mit seinem Brücken-Ensemble.

Die erst kürzlich eröffnete Erweiterung mit dem Berner Oberland dagegen hinterlässt bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck. Auch hier sind Landschaft, Häuser, Züge, kleine Szenen hinreissend umgesetzt. Jedoch finde ich den Anlagenhintergrund mit der Bergwand schlicht und ergreifend misslungen. Das sieht leider lieblos und einfallslos aus. Also habe ich mich auch dort auf die Details konzentriert. Und die sind auch rund um die Nachbildung von Interlaken reichlich zu entdecken.

Als ich mich dann schliesslich wieder auf den Rückweg gemacht habe, sind etwa drei Stunden vergangen. Insofern ist der Eintrittspreis dann doch gerechtfertigt. Ein Kinobesuch würde nämlich ähnlich viel kosten und auch ähnlich lange unterhalten. Ich bin gespannt auf eventuelle Erweiterungen bei Smilestones in den kommenden Jahren.

30. Okt. 2019
Tram Leipzig: Solaris Tramino

Trams aus aller Welt: Leipzig

Die ostdeutsche Stadt Leipzig verfügt über eines der umfangreichsten Strassenbahnnetze Deutschlands. Je nach Zählweise – also ob man die Stadtbahn Köln als Strassenbahn bezeichnet oder nicht – liegt Leipzig auf Platz 2 (oder 3) hinter Berlin in Bezug auf die Streckenlänge. 143 km Streckenlänge.

Als ich vor einigen Wochen in Leipzig war, fiel mir als erstes die grosse vierspurige Doppelhaltestelle am Hauptbahnhof auf. Dort kommen und gehen die Tramzüge fast im Minutentakt. Und es fiel mir auf, dass recht unterschiedliche Fahrzeugtypen in Leipzig verkehren. Neben alten Tatras fahren Eigenkonstruktionen (heute HeiterBlick), Bombardiers und auch Solaris Tramtypen.

Für meine Fotos habe ich mich dann aber nicht an den Hauptbahnhof postiert sondern eine Haltestelle weiter. Die Aufnahmen entstanden an der Halteselle Goerdelerring.

  • Tram Leipzig: Solaris Tramino
  • Tram Leipzig: Tatra
  • Tram Leipzig: NGT8
  • Tram Leipzig: Leoliner

Kaum bemerkbar ist ist die besondere Spurweite der Leipziger Strassenbahn. Mit 1458 mm ist sie jedoch noch etwas breiter als die „grosse“ Eisenbahn, welche auf 1435 mm läuft. Mein Auge erkennt jedoch diese 23 mm Unterschied nicht.

Faszinierend finde ich, dass Leipzig im Jahre 2003 den Mumm besass, einfach eigene Trams zu bauen. Nicht wenige Verkehrsbetriebe besitzen in ihren Werkstätten ein enormes Know-How für den Unterhalt und Umbau von Strassenbahnen. Jedoch ist es doch ein grosser Schritt vom Umbau eines Trams zu einer Neukonstruktion. Das Ergebnis dieser Eigenentwicklung sind die „Leoliner“. Und aus der damaligen LEOLINER Fahrzeug-Bau Leipzig GmbH (FBL) entstand das heutige Unternehmen HeiterBlick.

Bei weiteren Fahrzeug-Anschaffungen in den Folgejahren kamen dann jeoch wieder auswärtige Unternehmen zum Zuschlag. So gibt es in Leipzig auch eine Variante der Bombardier Flexitiy Classic Trams (ohne Bild) und als neueste Generation die polnischen Solaris Traminos.

Intereressant finde ich auch die Tatra-Kompositionen, die in Leipzig verkehren. Ich sah immer drei-teilige Züge, wobei der letzte Wagen ein neuer (Bombardier NB4) Anhänger mit Niederflureinstieg ist. So können auch mobilitätseingeschränkte Fahrgäste diese Trams benutzen.

20. Mai. 2019

Ballenberg

Es ist ein verregneter Monat. Ich spreche vom Mai 2019. Der Monat ist zwar noch nicht zu Ende, aber schon jetzt kann ich sagen, dass ich selten einen solch kühlen und verregneten Mai erlebt habe. Selbst wenn es ab morgen 10 Tage schönes Wetter geben würde. Die Vorhersage verspricht aber auch für kommende Woche kaltes und nasses Wetter.

Freilichtmuseum Ballenberg: Weinbauernhaus

Dennoch: Wir machten uns auf für zwei Tage auf einen Miniurlaub am Brienzer See. Mit Schifffahrt, kleiner Wanderung zu den Giessbachfällen und einem Besuch im Bauernhofmuseum Ballenberg. Und genau darum geht es in diesem Beitrag.

Wir erwischten einen zumindest weitgehend trockenen Tag. Weil das Wetter aber eben nicht warm und sonnig war, befanden sich nur wenige Museumsbeucher in dem weitläufigen Areal. Gut für mich, der ja dort doch lieber Häuser und Zimmer fotografiert als irgendwelche Personen vor Häusern. Und überall dort, wo handwerkliche Vorführungen stattfanden, konnten wir die ungeteilte Aufmerksamkeit der Handwerker geniessen. Wir begannen beim Osteingang und „arbeiteten“ uns langsam nach Westen vor.

Wir planten einen kompletten Tag für dieses weitläufige Museum ein. Und das war auf gut so. Denn eigentlich könnte man locker mehrere Tage dort verbringen. Ballenberg ist wirklich umfangreich. Allein die Vorstellungen der verschiedenen Handwerke und Berufe erscheinen schier endlos. Der Blick in die alten Werkstätten, die Erkundung der entsprechenden Häuser und das Besuchen der oftmals zusätzlich eingerichteten Ausstellungen bringt wahnsinnig viele Informationen. Irgendwann war ich dann nur noch begrenz aufnahmefähig.

Es wird auf jeden Fall in naher Zukunft noch einen zweiten Besuch in diesem liebevoll gestalteten Museum geben. Und dann werde ich voraussichtlich beim Westeingang beginnen, weil wir eben den Westteil des Areals nur sehr schnell durchlaufen hatten. Und es hätte noch so viel Schönes und Interessantes zu Sehen gegeben. Aber unsere eigene Müdigkeit und die anstehende abendliche Schliessung verhinderte, auch dort müssig und eingehend die vielen Häuser zu erkunden.

Nicht ganz zufrieden bin ich mit der Ausbeute meiner fotografischen Tätigkeit. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass ich mal wieder viel zu schluderig und wenig sorgfältig meine Kamera bedient hatte. Viele Aufnahmen sind unscharf, unschön und belanglos. Nur ganz Weniges ist annähernd so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Der erste Durchblick meiner Fotos hat mich ziemlich entmutigt: ob ich in Zukunft überhaupt noch weiter meine schwere Canon mitschleppen soll? Ein zweiter Blick durch meine Aufnahmen liess mich dann doch ein paar annehmbare Fotos herauspicken. Hier sind sie…